Saturday 20. July 2019

Inhalt:

33.Sommerkademie der Katholischen Männerbewegung


 

Sommerakademie der Katholischen Männerbewegung: Bedeutung der Laien in neuen Strukturen der Kirche.


Thema der diesmal von 17. bis 20. Juli in St. Pölten stattfindenden 33. KMBÖ-Sommerakademie ist "Mit Laienschaft. Partizipation in der Kirche."

Teilen bekommt seine göttliche Dimension, wenn „Menschen nicht mehr nur etwas teilen oder an etwas teilnehmen, sondern wenn sie beginnen sich selbst mitzuteilen und an ihrem Leben teilhaben lassen“: Darauf hat Mag. Johann Wimmer, Direktor der Pastoralen Dienste der Diözese Sankt Pölten, bei seinem heutigen Referat zum Thema „Partizipation“ hingewiesen. „Wichtig ist es in diesem Zusammenhang, die Teilhabe an der Schöpfung und am Reich Gottes. Das Reich Gottes ist reine Gnade und nimmt uns hinein in das große Lebensgeschehen Gottes mit den Menschen. Wir sind und haben Teil an dieser Liebesgeschichte.“

 

Mag. Johann Wimmer erinnerte im Rahmen der Sommerakademie der Katholischen Männerbewegung (KMBÖ) an die Partizipation und Teilhabe am Beispiel der im Evangelium geschilderten wundersamen Brotvermehrung. „Wie kommen wir von pastoralen Verlustängsten zu einer göttlichen Vertrauensfülle? Die Kirchenaustritte werde z.B. immer mehr.“ Angesichts der Ressourcenknappheit schickt Jesus die Menschen nicht weg, er lässt auch nicht die Jünger Ressourcen einkaufen. „<Wie viel habt ihr? Geht und seht nach>, sagt Jesus. Wir müssen in Zukunft mit den Charismen arbeiten, die in unseren Gemeinden vorhanden sind.  Es braucht das pastorale Erkunden und Zur-Verfügung stellen von Gemeinden- und Charismen-Ressourcen. Das ist das Geheimnis der Partizipation, das was in den Gemeinden vorhanden ist in kleinen Gruppen teilen und vermehren. Das Wunder der Vermehrung geschieht in einer Dynamik der Partizipation und Teilhabe.“

Thema der diesmal von 17. bis 20. Juli in St. Pölten stattfindenden 33. KMBÖ-Sommertagung ist "Mit Laienschaft. Partizipation der Laien in der Kirche." Zweiter Referent des Tages war Dr. Slawomir Dadas, Generaldechant der Diözese Linz. Im Mittelpunkt seiner Ausführungen stand die Bedeutung der Laien in den neuen Strukturen der Kirche am Beispiel der Diözese Linz.

Dr. Dadas unterstrich in seinem Referat den Unterschied zwischen Laien als Mitglied der Kirche (als Pendant zum Geweihten) und Laien als Mitglied des Volkes Gottes (durch die Taufe teilhabend an priesterlichen, prophetischen und königlichen Amt Christi). „Wo ist der Platz der Laien in den neuen Strukturen der Kirche? Haben sie einen Platz unabhängig von der Anzahl der Priester in der Kirche? Ein Beispiel für eine neue Rolle der Laien in der Kirche ist das neue Linzer Modell.“

 

„Wir lösen keine Pfarren in der Diözese Linz auf und fusionieren keine Pfarren miteinander: aus den aktuellen 39 Dekanaten und 487 Pfarren der Diözese Linz sollen 35 „neue Pfarren“ mit 487 Pfarrgemeinden werden. Die neue Pfarre muss laut Kirchenrecht zwingend von einem Pfarrer mit einem Team geleitet werden. Die vielen kleinen Pfarrgemeinden können künftig auch von Laien-Seelsorgern geführt werden und damit die immer weniger werdenden Priester entlasten“, betonte Dadas.

 

Positiv sieht er die Rückmeldung der 88 Resonanztreffen, die von Jänner bis Juli 2019 in der Diözese Linz stattgefunden haben. Diese Resonanztreffen wurden von Mitgliedern der Linzer Diözesanleitung und inhaltlichen Referenten begleitet. Die Änderungsvorschläge und Rückmeldungen werden im Sommer 2019 durch die Arbeitsgruppe „Zeitgemäße Strukturen“, die Dr. Dadas leitet, geprüft, bewertet und eingearbeitet.

 

„So können sich die Laien am Bau der neuen Strukturen unserer Diözese aktiv beteiligen. Meiner Meinung nach ist mehr Beteiligung nicht mehr möglich. Für mich sind Laien Verantwortungsträger des Glaubens auf allen Ebenen der Kirche“, so abschließend der Generaldechant der Diözese Linz.

 

V.l.n.r.: Mag. Johann Wimmer (Direktor der Pastoralen Dienste der Diözese Sankt Pölten), DI Dr. Leopold Wimmer (KAÖ-Präsident/Moderator), Dr. Slawomir Dadas (Generaldechant der Diözese Linz)

 

 

 

Die 33. Sommerakademie der KMBÖ findet vom Mittwoch 17. bis Samstag 20. Juli 2019 in St. Pölten statt.

 

Thema: "Mit Laienschaft"

 

Bei der diesjährigen Sommerakademie von 17. bis 20. Juli 2019 in St. Pölten geht es darum, wie Laienchristen ihre Aufgaben in der Kirche wahrnehmen.

 

Die 33. Sommerakademie der KMBÖ wurde mit einem Gottesdienst, geleitet von Dr. Wilhelm Krautwaschl, (Referatsbischof der Katholischen Aktion) und Pfarrer Andreas Jakober (geistlicher Assistent der KMBÖ) eröffnet.

 

Der Grazer Bischof Dr. Krautwaschl betonte in seiner Predigt zum aktuellen Jahresthema der KMB „Partizipation der Laien in der Kirche“: „Wie schön doch - unter dem Blickwinkel eines Kindes - damit das Leben derer umschrieben ist, die sich als Getaufte herausgerufen wissen, Gottes Melodie in sich aufzunehmen um sie mitten in der Welt, im Alltag, der uns umgibt, in Arbeit und Freizeit, in Familie und Beruf zu singen oder vor sich her zu pfeifen. Zu einem solchen Leben möchte ich Sie heute und hier ermuntern: so wie Sie Hand anlegen, so wird Glaube konkret - denn das, was ER uns gesagt hat, will durch Sie, durch jeden von uns, im Kleingeld des Alltags erfahren werden. “.

 

 

„Mit Laienschaft“: Schwerpunkt der 33. Sommerakademie

 

Mag. Ernest Theußl, Vorsitzender der KMBÖ begrüßte die 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Sommerakademie: „Im Geiste des II. Vatikanischen Konzils und unter der Leitung der Katholischen Soziallehre - Personalität, Subsidiarität und Gemeinwohl - wollen wir in diesen 4. Tagen erkunden, wie wir am zukünftigen Bild der Kirche mitarbeiten können“.

 

Die Hauptreferenten des ersten Tages waren Bischof Dr. Wilhelm Krautwaschl und Dr. Stefan Vesper, Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK).

 

Für den Generalsekretär des ZdKs sei das Wichtigste für die Laien nicht etwa irgendeine Anerkennung durch das kirchliche Amt, sondern Taufe und Firmung. „Durch die Taufe sind wir vollwertige Glieder des Volkes Gottes. Vollwertig, nicht minderwertig.“ Des Weiteren erläutert er: „In seinem ersten Lehrschreiben über die „Freude am Evangelium“ formuliert Papst Franziskus <Die Laien sind schlicht die riesige Mehrheit des Gottesvolkes. In ihrem Dienst steht eine Minderheit. Die geweihten Amtsträger.>“ Dr. Vespers Lieblingssatz steht im Papst Franziskus Schreiben unter der Nummer 33: „Die Laien sind besonders dazu berufen, die Kirche an jenen Stellen und in den Verhältnissen anwesend und wirksam zu machen, wo die Kirche nur durch sie das Salz der Erde werden kann.“ Für ihn ist das eine Verpflichtung für alle Laien.

 

Dr. Vesper sagte zur Rolle der Laien in der Kirche: „ Durch das 2. Vatikanische Konzil sind Christinnen und Christen aus ihrem Glauben aufgerufen, sich und ihre grundlegenden Werte als Kirche in die Gestaltung der Welt einzubringen, solidarisch mit den Menschen dieser Zeit zu sein und den Dialog mit allen Menschen guten Willens zu suchen. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken versucht diesen Auftrag zu erfüllen.“

 

Zum Thema „Laien in der Kirche“ appellierte Bischof Dr. Wilhelm Krautwaschl: „In der Enzyklika Laudato si’ kommen die Begriffe Priester, Weihe oder Laie nicht vor. Papst Franziskus legt die Sorge für das gemeinsame Haus allen Menschen guten Willens ans Herz – uns allen mit unseren je persönlichen Fähigkeiten und dort, wo wir jeweils wirken. Ergreifen wir diese Verantwortung, ohne uns in Überlegungen zu verlieren, wer eigentlich wofür zuständig sein sollte oder könnte – gestalten wir die Welt aus dem Glauben heraus einfach mit! Vielleicht gelingt es in Hinkunft tatsächlich, Kirche mehr von der gemeinsamen Sendung her zu denken und zu sehen und nicht sich in gegenseitigen Definitions- und damit Abgrenzungsdebatten zu lähmen.“

 

Bischof Krautwaschl ruft uns ins Bewusstsein, dass alle getauften Christinnen und Christen Subjekt und Objekt der Kirche zugleich seien: „An sie ist die Botschaft Jesu gerichtet – und zugleich sind sie mitverantwortlich dafür, diese Botschaft Jesu nach mehr als 2000 Jahren immer wieder und immer wieder neu mit Leben zu erfüllen: Was sagt uns Jesus heute? Was heißt es hier und jetzt, Licht der Welt und Salz der Erde zu sein? Jede und jeder von uns gibt darauf seine ganz persönliche Antwort. Ob individuell oder in Gemeinschaft: Die Antworten der jeweils anderen sind oft wichtiger als die eigenen. Man spricht übereinander statt miteinander – die Älteren über die Jungen, die Konservativen über die Liberalen – der Schubladen gibt es viele. In Laudato si’ lädt Papst Franziskus zu einem neuen Dialog ein  – dieser Appell gilt uns allen, überall: Reden wir miteinander! Gerade auf diesem Hintergrund möchte ich auf ein derzeit zartes Pflänzchen verweisen, das - so hoffe ich - die "großen Player" im Apostolat in der österreichischen Kirche gemeinsam mit Bischöfen zu züchten begonnen haben.“

 

Abschließend betont Bischof Krautwaschl „Klar ist, dass eine Kirche, die sich nur mit sich selbst beschäftigt, ihre Aufgabe nicht erfüllt, nicht erfüllen kann. Sinngemäß hat Papst Franziskus in Evangelii gaudium gemeint, es sei ihm lieber, man wirke aktiv in der Welt und mache auch Fehler, als ängstlich hinter verschlossenen Kirchentüren und hohen Klostermauern in trügerischer Sicherheit mit sich selber im Reinen zu sein. Seien wir also mutiger und fröhlicher in der „Freude des Evangeliums“! Und: spielen wir uns die Bälle gegenseitig zu statt Abseitsfallen aufzustellen, die letztlich den "Zug aufs Tor", mit der Botschaft des Evangeliums die Welt von heute zu durchsäuern, dauerhaft verhindern.“

 

Foto:


V.l.n.r.: Dr. Stefan Vesper (Generalsekretär des ZdK), Mag. Ernest Theußl (KMBÖ-Obmann),  Bischof Dr. Wilhelm Krautwaschl, Dr. Leopold Wimmer (KAÖ-Präsident)

 

 

 

Das Programm der Sommerakademie 2019 finden Sie hier online:
Sommerakademie 2019

 

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Hier können Sie die Online Dokumentation der Sommerakademie 2018 downloaden:

 

Online Dokumentation Sommerakademie 2018.doc

 

 

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"Von der Ohnmacht zur Wirkmacht":  Die 32. Sommerakademie der Katholischen Männerbewegung Österreichs (KMBÖ) zum Jahresthema "Partizipation" fand vom 11. bis 14. Juli 2018 in St. Pölten statt.

 


Ein Gottesdienst in der Kapelle im Bildungshaus St. Hippolyt eröffnete die Sommerakademie. Pfarrer Mag. Erich Hitz predigte über das Gleichnis der anvertrauten Talente.

 

KMBÖ-Vorsitzender DI Dr. Leopold Wimmer eröffnete die Jahrestagung mit einem Appell zur Beteiligung am gesellschaftlichen Diskurs statt eines Rückzugs angesichts der aktuellen von Gegensätzen geprägten Zeit. „Von der Ohnmacht zur Wirkmacht lautet das Motto unserer Sommerakademie: Die Vorträge und Diskussionen unserer Sommerakademie sollen unsere Mitglieder und alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ermutigen und befähigen am öffentlichen Diskurs teilzunehmen. Als Richtschnur gelten gerade für das Thema Partizipation die Prinzipien der Katholischen Soziallehre: Personalität, Subsidiarität und Gemeinwohl“, erklärte DI Dr. Leopold Wimmer, Vorsitzender der KMBÖ.

 

Der Journalist und Medienberater Dr. Peter Pelinka eröffnete die Sommerakademie mit einem Vortrag  mit dem Titel „Was notwendig ist, um etwas zu bewirken”. Pelinka präsentierte 3 Thesen zu Macht, Medien und Politik in Zeiten der Globalisierung. "Was nicht kommuniziert wird, ist nicht", zitierte Pelinka den deutschen Soziologen Niklas Luhman zur Teilnahme jedes Einzelnen am politischen und medialen Geschehen. Die Zivilgesellschaft müsse sich das zu Herzen nehmen. Dies gelte umso mehr, als Demokratie durch eine "Mediokratie" infrage gestellt sei. Letztere verringere "echte Teilhabe" von Menschen, verwies Pelinka u.a. auf eine wachsende Kluft zwischen "Informierten" und "Nichtinformierten" trotz der neuen Möglichkeiten der weltweiten Information.

 

Dr. Pelinka erklärte zur Partizipation in der Mediengesellschaft: “Um eine wirksame Botschaft zu verbreiten, um etwas bewegen zu wollen, müssen wir die klassischen W-Fragen des Journalismus beachten. Wer? Was? Wen? Wie? Wann?“ Pelinka erklärte: „Zuerst: Wer bin ich oder sind wir? Welche Motive haben wir? Zweitens: Was? Was ist die Botschaft, die ich vermitteln will? Welche ist unsere Geschichte? Drittens, wen will ich erreichen? Welche Zielgruppe kann ich realistisch erreichen? Wie möchte ich meine Botschaft verbreiten? Verwende ich Druckmedien oder elektronische Medien, also, wie spreche ich jemanden an? Die letzte Frage lautete: Wann möchte ich meine Zielgruppe erreichen?“

 

 

Dr. Peter Pelinka (li.) und Vorsitzender DI Dr. Leopold Wimmer

 

Donnerstag: Talente und Fähigkeiten entfalten

 

St.Pölten, 13.07.2018 (KAP) Viele Kinder aus armutsbetroffenen Familien in Österreich haben "keine oder eine geringe Chance, ihre Talente zu entdecken und entwickeln": Darauf hat Christoph Riedl-Daser, früherer ORF-Religionsjournalist und jetzt Bereichsleiter für Soziales und Kommunikation der St. Pöltner Caritas, hingewiesen. 18 Prozent der Bevölkerung und damit immerhin 1,5 Millionen Menschen seien aktuellen Daten zufolge armuts- oder ausgrenzungsgefährdet und bräuchten zur Verbesserung ihrer Situation und ihrer Zukunftsaussichten Solidarität. Riedl-Daser erinnerte im Rahmen der Sommerakademie der Katholischen Männerbewegung (KMBÖ) an einen Appell von Papst Franziskus: Es gelte eine neue Mentalität zu schaffen, die dem Gemeinwohl Vorrang gegenüber der Aneignung der Güter durch einige wenige einräumt.

Thema der diesmal von 11. bis 14. Juli in St. Pölten stattfindenden 32. KMBÖ-Sommertagung ist "Von der Ohnmacht zur Wirkmacht". Weitere Referenten waren Pfarrer Helmut Schüller und Boris Ginner, Politikwissenschaftler in Diensten der Arbeiterkammer Wien; im Mittelpunkt deren Ausführungen stand laut einer Aussendung der Männerbewegung der Umgang der Männer mit ihren Fähigkeiten und Talenten.

Damit dies bestmöglich gelingen kann, sind laut Riedl-Daser Motivation, Übung und Disziplin erforderlich. Um nach einer "Initialzündung" zu einer sich bewährenden Praxis zu gelangen, sei auch ein "Master Coaching" durch einen Mentor hilfreich, der die talentierte Person auf ihrem Weg begleitet.

Für Pfarrer Helmut Schüller haben Fähigkeiten und Talente ihren Urgrund in Gott und der von ihm ausgehenden schöpferischen Liebe. Diese "gute Grundkraft in unserer Welt" solle Anstöße geben, sich für Menschen unabhängig von ihrer Herkunft einzusetzen.

Boris Ginner, Bildungsreferent bei der Arbeiterkammer, unterstrich in seinem Referat die Bedeutung geregelter Arbeitszeiten mit ausreichend Freizeit und Erholung, damit auch Talente auch für Ehrenamt, Vereine und die Familie genützt werden können. Als gesellschaftlichen Hemmschuh stellte Ginner die ungerechte Vermögensverteilung in Österreich dar.

 

(V.l.n.r.) Christoph Riedl-Daser (Caritas St. Pölten), Herbert Nussbaumer (KMBÖ-Stv. Vorsitzender), Mag. Boris Ginner (AK Wien), Pfarrer Helmut Schüller

 

Sommerakademie der KMBÖ: Konsumverhalten und Glaube zur Teilhabe am öffentlichen Leben

 

Um „Ohnmacht und Wirkmacht“ ging es bei der 32. Sommerakademie von 11. bis 14. Juli 2018 in St. Pölten: Kann das Konsumverhalten den sozialen Frieden bewirken? Kann der Glaube zur Teilhabe am öffentlichen Leben motivieren? Diese Fragen standen im Fokus der zwei letzten Tage der Sommerakademie der Katholischen Männerbewegung.

 

Etwa 100 Gäste betrachteten am dritten Tag der Sommerakademie mit Andrea Reitinger, Pressereferentin der EZA Fairer Handel GmbH, das Konsumverhalten aus der Sicht des fairen Handels. „Kann das Konsumverhalten zum sozialen Frieden beitragen? Doch was ist sozialer Friede?“

 

Reitinger stellte in ihrem Eröffnungsreferat klar, dass es keine eindeutige Definition vom sozialen Frieden nicht gibt: „Experten und Expertinnen haben für die UNESCO einen Rahmen ausgebarbeitet, der beschreibt, was es für eine „Kultur des Friedens“, braucht: Wertvorstellungen, Einstellungen, Traditionen und Lebensweisen müssten demnach zwei Voraussetzungen erfüllen: Sie müssen erstens das Leben achten, Gewalt beenden sowie Gewaltlosigkeit durch Erziehung und Zusammenarbeit fördern. Sie müssen zweitens eine ganze Reihe von Grundsätzen einhalten. Es geht dabei um Freiheit, Gerechtigkeit, Demokratie, Solidarität, Dialog und Verständigung auf allen Gesellschaftsebenen und zwischen den Nationen.“

 

Die Pressesprecherin der EZA Fairer Handel GmbH stellte zunächst fest:  „Was können wir für den sozialen Frieden tun? Das haben sich engagierte Menschen in Österreich bereits vor über 40 Jahren gefragt. Eine der Antworten war die Gründung der EZA Fairer Handel GmbH. Von Anfang an war mit dem Fairen Handel eine zentrale Frage verknüpft: Welche Menschen stehen hinter den Produkten und was hat das mit mir, was hat das mit uns zu tun? Ein kritisches Hinterfragen des eigenen Lebensstils und das Aufzeigen von Alternativen gingen dabei Hand in Hand.“

 

Als „Stärkung der demokratischen, genossenschaftlichen, kleinbäuerlichen Strukturen “ wertete Reitinger den Zusammenhalt in der Gemeinschaft in den Ländern des Südens, die der Faire Handel bei den Projektpartnerinnen und Projektpartnern ermöglicht. Gleichzeitig wies Reitinger darauf  hin, dass aus Ohnmacht Ermächtigung werde: „Ein besonders positives Beispiel ist etwa jenes unseres Kaffee Adelante – eines Kaffees aus Frauenhand, den die EZA gemeinsam mit der Katholischen Frauenbewegung 2015 lanciert hat und in den letzten zweieinhalb Jahren sehr erfolgreich am Markt verankern konnte. Die Kaffeebäuerinnen werden als kompetente Produzentinnen mit starker Stimme gehört. Sie besitzen ihr eigenes Land und entscheiden über ihr Einkommen. Keine Selbstverständlichkeit  im männerdominierten Kaffeegeschäft.“

 

(V.l.n.r.): Andrea Reitinger, Moderator Helmut Dachs (KMB Salzburg), Marco Fegerl

 

 

Konsumverhalten und Werbung

 

Zum Schlagwort Konsumverhalten und sozialer Friede  hielt Marco Fegerl, Verein für Konsumenteninformation, ein kurzes Einführungsreferat: „Bewusstes Konsumverhalten, das sozialen Frieden erhalten soll, muss eine Bündelung der Marktmacht verhindern.“ Für Fegerl soll das Ziel unseres Konsumverhaltens sein, durch Einkäufe die Produzenten, Verarbeiter, Händler und Dienstleister in der Region abzusichern. „Einkaufszentren zu meiden und zu kleineren Händlern vor Ort zu gehen ist eine bedeutende Macht, die dem Konsumenten zukommt. Zwar ist die Werbung der Einkaufszentren durch ihre finanzielle gut aufgestellte Werbung stets eine Verlockung. Doch wenn wir das Überleben der letzten Reste der Nahversorgung nicht sichern und wenn wir keine Grundlage für die Ansiedelung kleinerer Händler und Dienstleister schaffen, dann werden wir immer weiter erpressbar. Das Wir bezieht sich hier allerdings nicht nur auf uns Konsumenten. Auch der Gesetzgeber wird immer abhängiger von großen Unternehmen, bzw. Konzernen“, so Fegerl.

 

Fair gehandelte und regionale Produkte seien überhaupt eines der wichtigsten Begriffe in diesem Zusammenhang. In Österreich gäbe es hier den Versuch eines Gegengewichts zu der Marktübermacht. „Ich spreche von www.shöpping.at. Das ist ein Projekt der österreichischen Post in Zusammenarbeit mit vielen inländischen Unternehmen. Zwar steht hinter dieser Seite kein großer Marktspieler und die dafür bestehenden Finanzen sind deutlich kleiner. Doch ist das ein Marktplatz, der das Potenzial hat, die heimische Wirtschaft zumindest zum Teil zu erhalten“, betonte Fegerl.

 

Samstag, den 14. Juli: Kann der Glaube zur Teilhabe am öffentlichen Leben motivieren?

 

Dr. Georg Plank, Gründer und Geschäftsführer von Pastoralinnovation, bezeichnete in seinem Vortrag „Wie der Glaube zur Teilhabe am öffentlichen Leben motivieren kann“ Glaube als Geist, der in jedem Menschen wirkt. Jesus ist auf die Welt nicht als neuer Kaiser gekommen, er ist als Kind in Bethlehem zu uns gekommen und ist am Kreuz für uns gestorben. Der Glaube ist in erster Linie nicht ein Wissen, sondern es geht im Glauben um eine lebendige Beziehung die uns herausfordert und prägt. Plank wörtlich: „Der Glaube macht uns nicht gleichgültig, deswegen muss Glaube uns zur Teilhabe am öffentlichen Leben motivieren.“

 

Plank zitierte aus dem Markus Evangelium das Kapitel 3,7-8: „Jesus zog sich mit seinen Jüngern an den See zurück. Viele Menschen aus Galiläa aber folgten ihm. Auch aus Judäa, aus Jerusalem und Idumäa, aus dem Gebiet jenseits des Jordan und aus der Gegend von Tyrus und Sidon kamen Scharen von Menschen zu ihm, als sie von all dem hörten, was er tat.“ Jesus hat in der Synagoge am Sabbath einen Menschen geheilt. Jeder von uns kann es entscheiden, das neue Gesetz der Liebe der Barmherzigkeit. Nach der Heilung zieht er sich zurück, aber die Menschen kamen um ihn zu sehen, nur weil Jesus etwas gesagt hatte sondern „von all dem hörten, was er tat“. Kirche soll ein wunderbares Erlebnis mit Jesus sein. Die Begeisterung wird andere begeistern und motivieren.

 

(V.l.n.r.): Dr. Georg Plank, Moderator DI Bernhard Steiner (KMB Linz), Mag. Wolfgang Rank

 

Einen anderen Zugang als sein Vorredner brachte Mag. Wolfgang Rank, Präsident des Katholischen Laienrats Österreichs, in die Diskussion rund um Glaube und Teilhabe am öffentlichen Leben  ein.

„Seit 2000 bin ich beim Katholischen Laienrat Österreichs. Ich sehe diese Funktion als ein Auftrag Gottes.” Rank sieht der Glaube als eine Aufgabe, um Menschen zu dienen. Hier zitiert Rank eine Stelle aus dem Evangelium nach Markus: „ Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele (Mk 10,42).“

 

Rank erläuterte den Begriff der Teilhabe aus praktischer Sicht: „Unsere Aufgabe als Christen das Elend der Menschen wahrzunehmen, Mitleid zu haben, dann aktiv werden und das Ganze nicht als Mitläufer, sondern notfalls Widerstand zu leisten“, betonte Mag. Wolfgang Rank.

 

Die 32. Sommerakademie endete mit einem feierlichen Abschlussgottesdienst mit Pfarrer Andreas M. Jakober, geistlicher Assistent der KMBÖ.

 

Frage des Monats:

Sollen Kinder am Freitag anstatt in die Schule in Öko-Demos gehen?

 

Frage im März:

Soll es für Doping-Sportler unbedigte Haftstrafen geben?

 

22% antworteten "Ja", 28% "Nein" und 50% "Eine Sportsperre reicht".

 

Katholische Männerbewegung Österreich
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