Dienstag 27. Juni 2017

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Karmasin: "Mehr Väterbeteiligung ist ein ganz wichtiges Ziel"


Wien, 06.06.2017 (KAP) Als ein "ganz wichtiges Ziel" ihrer politischen Arbeit hat es Familienministerin Sophie Karmasin bezeichnet, die Beteiligung der Männer am familiären Leben, an der Versorgung der Kinder und des Haushalts zu erhöhen. "Die Väter müssen noch mehr Möglichkeiten für Erziehungszeit mit ihren Kindern haben, ebenso wie die Mütter", sagte Karmasin im Interview mit dem Magazin "ypsilon" der Katholischen Männerbewegung (KMBÖ) anlässlich des Vatertags am 11. Juni.

Mehr Väterbeteiligung sei sowohl aus der Sicht des Vaters als auch aus der Sicht des Kindes wichtig, das eine intensive, gute Beziehung zu beiden Elternteilen brauche. Und auch für die Mütter sei es positiv, wenn sie nicht allein die ganze Last der Verantwortung tragen müssten, so Karmasin. Von jungen Vätern wünsche sie sich, "dass sie die wichtigste Zeit mit ihrem Kind verbringen und auch so organisieren, dass das möglich ist". Sie sollten "Partnerschaftlichkeit wirklich ernst nehmen".

Die Familienministerin verwies auf Studien, wonach sich junge Väter sehr bewusst überlegen, Familienvater zu sein. Deren Einstellung, die sich von jener früherer Generationen deutlich unterscheide, umschrieb Karmasin so: "Wenn ich mich dafür entscheide, dann möchte ich das auch erleben. Da möchte ich dann mit meinen Kindern auch eine wirklich emotionale und vertrauensvolle Basis aufbauen." So eine Vater-Kinder Beziehung brauche vor allem Zeit, "da geht es nicht nur ums Geld", betonte die Ministerin. Die Väter müssten mit ihren Kindern gemeinsam etwas erleben können, Probleme lösen und kommunizieren. "Es ist unser politischer Auftrag, dies zu ermöglichen."

Positive Resonanz auf "Papamonat"

Die Entwicklung gehe in die Richtung, dass die Frage der Vereinbarkeit von Familie und Beruf immer mehr auch ein Thema für Männer wird, sagte Karmasin. Der "Papamonat" als Möglichkeit, dass Väter das eine Monat nach der Geburt zuhause verbringen, weise nach nur zwei Monaten "schon sehr schöne Steigerungsraten" auf, auch "bei durchaus traditionelleren Familien" gebe es viel positive Resonanz. Hinter dieser "Familienzeit" stehe auch das "Kalkül", dass Väter nach diesem Monat "auf den Geschmack kommt kommen" und weitere Wochen anhängen. Durch diese staatlich geförderten Erfahrungen würden zunehmend alle Themen, die bisher hauptsächlich die Mütter betroffen haben, auch für Väter wichtig: Karmasin nannte hier den Ausbau und die Flexibilität der Kinderbetreuung oder die Familienfreundlichkeit von Unternehmen.

Verbesserungsbedarf sieht die Familienministerin bei der Inanspruchnahme von Elternkarenz durch Männer. Von der rechtlichen Grundlage sei immer möglich, dass Väter in Karenz gehen. Trotzdem hätten dies nur 18 Prozent in Anspruch genommen. "Es scheint noch immer informellen Normen bei Unternehmen zu geben", bedauerte Karmasin. "Rollenklischees und Stereotype sind schwierig zu ändern." Das Netzwerk "Unternehmen für Familien" setze positive Gegenakzente, indem Firmen hier nach außen zeigen könnten, dass sie auf das Thema Familienfreundlichkeit setzen. Dadurch bekämen sie gute Mitarbeiter, hätten eine geringere Fluktuation und weniger Krankenstände, so Karmasin. "400 Unternehmen sind in unserem Netzwerk, und es ist mittlerweile prestigeträchtig, auf der Liste zu sein."

Themenhaft zum Vatertag

Die aktuelle "ypsilon"-Ausgabe steht ganz im Zeichen des Vatertags. KMBÖ-Vorsitzender Leopold Wimmer verwies dazu auf Angebote der Männerbewegung für Vater-Kind-Tage, die der vertieften Beziehung zwischen beiden dienten. "Gerade dadurch kann es auch gelingen, dass Väter ihre Haltungen und ihren Glauben an ihre Kinder weitergeben, wie auch Großväter an ihre Enkel." Ein Beitrag widmet sich den "Großvaterspuren", zehn Mütter erzählen im "ypsilon", was sich von einem modernen Vater wünschen. (Online-Ausgabe: www.kmb.or.at/ypsilon)

Scheuer: Jägerstätter "Dolmetscher Gottes in Zeit der Barbarei"


Linz, 27.05.2017 (KAP) Als "Dolmetscher Gottes in einer Zeit der gott- und menschenverachtenden Barbarei" hat der Linzer Diözesanbischof Manfred Scheuer den NS-Deserteur und Seligen Franz Jägerstätter bezeichnet. Jägerstätter "verleiblicht das 'Ich widersage' des Taufbekenntnisses gegenüber den Verlockungen und Verführungen des Bösen, gegen Vergötzungen von Nation und Rasse und hält dafür den Kopf hin". Scheuer äußerte sich bei der 10. Sternwallfahrt der Katholischen Männerbewegung (KMBÖ) nach St. Radegund anlässlich des 110. Geburtstags des Seligen.
Bischof Manfred Scheuer leitete den Gottesdienst in St. Radegund (Kaspar)

Jägerstätter habe den Mut zur Wahrheit und zur Gerechtigkeit, "obwohl damit massive Gefahren für sein eigenes Leben verbunden waren. Er war 'guten Mutes', für die Wahrheit Gottes Zeugnis zu geben und entsprechend den Zu-mut-ungen der Bergpredigt vorrangig Gottes Reich zu suchen". Er habe es für unvereinbar gehalten, so Scheuer, Soldat Christi und zugleich Soldat für den Nationalsozialismus zu sein, "unvereinbar, für den Sieg Christi und seiner Kirche und zur selben Zeit auch für die nationalsozialistische Idee und für deren Endsieg zu kämpfen".

Er sei ein Prophet mit einem Weitblick und Durchblick, wie ihn damals die wenigsten seiner Zeitgnossen hatten, er sei Vorbild in der Treue zum Gewissensansprch, Anwalt der Gewaltlosigkeit und des Friedens, Warner vor Ideologien, "er ist ein gläubiger Mensch, dem Gott wirklich Mitte und Zentrum des Lebens war". Aus einem gebildeten und reifen Gewissen heraus habe er, so Scheuer, ein entschiedenes Nein zum Nationalsozialismus gesagt und ist wegen seiner konsequenten Weigerung, in Hitlers Krieg als Soldat zu kämpfen, hingerichtet worden. "Jägerstätter hat objektiv Zeugnis für die Wahrheit und für die Gerechtigkeit, insofern sie auf Gott bezogen sind, abgelegt."

Jägersätter habe auch der Mut zur Verantwortung ausgezeichnet. Sehr deutlich spreche er von Verantwortung und Verantwortungslosikgiet, von Sünde und Schuld. "Noch immer sind viele der Ansicht, dass über das ganze Toben des Krieges, das schon bald die ganze Welt erfasst hat, nur einige die Schuld und Verantwortung tragen", zitiert Scheuer aus den Aufzeichnungen Jägerstätters.

Insofern sei er auch eine Anfrage an jeden einzelnen. "Er lässt sich nicht einfach bewundern, ohne zugleich die Frage an die eigene Biographie zu richten." Selige wie er seien nicht nur Therapie, "sie sind auch schmerzliches Gericht, in dem die Wahrheit Gottes und des Menschen aufleuchtet. Die Begegnung mit Franz Jägerstätter soll uns nicht vor der notwendigen Scham bewahren, nicht vor dem Beklagen und der Klage, nicht von der Umkehr, schon gar nicht vor der Nachfolge."

10. Sternwallfahrt der KMB nach St. Radegund

Am Samstag haben sich wieder KMB-Mitglieder, Frauen und Jugendliche aus ganz Österreich auf den Weg nach St. Radegund gemacht, um den Seligen Franz Jägerstätter zu feiern. Die Katholische Männerbewegung pilgert jedes Jahr zu Fuß, mit dem Rad und mit dem Auto nach St. Radegund um ein Zeichen für Zivilcourage zu setzen. Das Motto der Jubiläums-Sternwallfahrt lautete heuer "Mutig gegen den Strom".
Radpilger auf dem Weg nach St. Radegund (Mastalier)

Seliger Bauer und Mesner

Franz Jägerstätter, Sohn einer ledigen Bauernmagd, war Bauer, Mesner und Familienvater in St. Radegund (Oberösterreich). Er verweigerte jede Zusammenarbeit mit dem Nationalsozialismus, da ihm dieser mit dem Christentum völlig unvereinbar erschien. Nachdem er 1940 zum Militärdienst einberufen und zweimal unabkömmlich gestellt wurde, leistete er einer weiteren Einberufung nicht mehr Folge, da er den Kampf für Hitler als Sünde ansah. Für seine Erklärung, aus religiösen Gründen den Wehrdienst mit der Waffe abzulehnen und nicht gleichzeitig Nationalsozialist und Katholik sein zu können, wurde er verhaftet, wegen "Wehrkraftzersetzung" verurteilt und am 9. August 1943 in Brandenburg an der Havel enthauptet.

Ab 1989 wurden im Auftrag des damaligen Linzer Diözesanbischofs Maximilian Aichern Personen, die Franz Jägerstätter gekannt haben, als Zeugen einvernommen. Der Seligsprechungsprozess wurde 1997 offiziell eröffnet und ab 1998 vom heutigen Linzer Bischof Manfred Scheuer als Postulator geleitet. Am 1. Juni 2007 bestätigte Papst Benedikt XVI. das Martyrium, woraufhin die Seligsprechung am 26. Oktober 2007 im Linzer Mariendom stattfinden konnte. Als Gedenktag wurde der 21. Mai festgesetzt. Jägerstätters Ehefrau Franziska, die für seinen religiösen Glauben eine große Rolle spielte, verstarb am 16. März 2013, wenige Tage nach ihrem 100. Geburtstag.

 

(v.l.n.r.) Wolfgang Schönleitner (KMB-Sekretär), DI Dr Leopold Wimmer (KMBÖ-Obmann), Helmut Dachs (KMBÖ-Stv.-Obmann), Bernhard Steiner (KMB-Linz-Obmann) (Mastalier)


Neuer Vorsitzender der Katholischen Männerbewegung der Diözese Innsbruck


Bei der kürzlich stattgefundenen Diözesankonferenz der Katholischen Männerbewegung der Diözese Innsbruck kam es zu personellen Änderungen. Die aktuelle Funktionszeit des Präsidiums lief aus. Eine Neuwahl stand an. Bevor zu dieser geschritten wurde, legte der langjährige Vorsitzende, Adolf Stüger einen beeindruckenden Bericht über die Tätigkeit der KMB vor. Beeindruckend, zumal die Aktivisten der KMB ausschließlich ehrenamtlich tätig sind (die KMB hat keinen von der Diözesanleitung entlohnter Sekretär).  

In den vergangenen drei Jahren organisierte die KMB Besinnungstage für Männer in der Fastenzeit, bot  jährlich Angebote zum Vatertag,  machte Werbung und nahm teil an der Wallfahrt nach St. Radegund zum seligen Franz Jägerstätter, ebenso an der Sommerakademie der Kath. Männerbewegung Österreichs. Als erfreulich und fruchtbar hob Stüger die gute Zusammenarbeit mit der Abteilung Familie und Lebensbegleitung sowie dem Männerreferat der Diözese Innsbruck hervor. Frucht dieser Koopertion waren mehrere gemeinsame Veranstaltungen zu Männer- und Väterthemen. Bei Leserinnen und Lesern beliebt ist auch das Männermagazin der KMB, "Ypsilon", welches sechs Mal im Jahr an mehr als 600 Adressaten in Tirol und Südtirol geht.  In Zusammenarbeit mit dem Kath. Bildungswerk veranstaltete die KMB sehr beliebte Bildungsreisen nach Zypern, Andalusien, Madrid-Avila-Segovia sowie nach Lettland.

Im Rahmen von ihrer entwicklungspolitischen Aktion SEI SO FREI ist die KMB auch im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit weiterhin aktiv. Dabei wurde, gefördert auch vom Land Tirol ein ländliches Bildungszentrum in Kenia mit der Finanzierung des Neubaus einer Versammlungshalle finanziert. Im November 2016 richtete die KMB Tirol mit großem Medienecho die Verleihung des Romero-Preises an die aus dem Zillertal stammende Ärztin Frau Dr. Maria Schiestl aus. Für die dazu gehörende Öffentlichkeitsarbeit wurden auch zwei Reisen mit Journalisten nach Ostafrika organisiert und durchgeführt.

 

Der bei der Diözesankonferenz anwesende Vertreter der Kath. Männerbewegung Österreichs, Herbert Nussbaumer, dankte dem scheidenden Präsidium und besonders dem langjährigen und hoch engagiert tätigen Adolf Stüger für die ehrenamtlich geleistete Arbeit über so viele Jahre. Nussbaumer versicherte der KMB Tirol die Unterstützung der Nachbar-KMB’s Salzburg und Feldkirch sowie der KMBÖ.

Das neue Präsidium der KMB-Innsbruck

 


Internationaler Weltfrauentag am 08. März: Katholische Männerbewegung und SEI SO FREI stärken Frauen durch Bildung in Kenia


Dr.in Maria Schiestl, Romero-Preisträgerin 2016, leistet seit 2006 großartige ärztliche Hilfe für die lokale Massai-Bevölkerung in Kenia und organisiert für Frauen die einzige Gesundheits- und Bildungseinrichtung im Umkreis vieler Kilometer. Dank ihres Engagements hat sich die Zahl der weiblichen Genitalverstümmelungen in der Region halbiert.

 

Die gebürtige Zillertalerin, Dr.in Maria Schiestl, bietet, dank Spenden aus Österreich, Empowerment-Workshops für Frauen in der Loita-Region in Kenia. Themen der Workshops sind Gesundheit, Frauenrechte und FGM (weibliche Genitalverstümmelung). „Wir halten Seminare und Kurse für Frauen der Loita-Gegend, 150 Kilometer von Nairobi entfernt. Das Frauen-Bildungsprogramm hat als Schwerpunkte Frauen- und Kinderrechte, häusliche Gewalt, Konfliktbewältigung, aber auch  andere medizinische Themen, wie Tuberkulose, HIV/Aids, Hygiene, Unterernährung und Familienplanung. Es ist unser Bestreben, über diese Workshops vor allem die Frauen zu stärken, da diese die Bürden der Tradition am meisten zu spüren bekommen und sich vielfach „sprachlos“ mit diesem Schicksal abgefunden haben. Die Seminare wurden im Jahr 2009 begonnen. Mehr als 1.000 Frauen haben bereits daran teilgenommen“, so die Romero-Preisträgerin und langjährige Partnerin von SEI SO FREI.

 

„Der Einsatz für Gleichberechtigung der Geschlechter ist ein fundamentaler Bestandteil des Leitbildes der Katholischen Männerbewegung Österreichs (KMBÖ)“, so DI Dr. Leopold Wimmer, Vorsitzender der KMBÖ und SEI SO FREI.

„Aus diesem Grund  unterstützen wir nachhaltige Projekte, wie das Bildungsprogramm von Dr.in Maria Schiestl in Afrika, mit dem Schwerpunkt Bildung für Frauen. Alle Menschen sollen gleiche Rechte, Schutz und Chancen erhalten. So können Frauen in Afrika eine aktive, gleichberechtigte Rolle innerhalb ihrer Gemeinden und Volkswirtschaften einnehmen.“

 

 

 


Henckel-Donnersmarck: Wirtschaft braucht wieder Moral


Heiligenkreuzer Altabt bei Vortrag in Zwettl: "Markt ist etwas Nützliches, jedoch nicht heilig"
(KAP/KMB.St.Pölten) Mehr Moral in der Wirtschaft hat der Heiligenkreuzer Altabt Gregor Henckel-Donnersmarck eingemahnt. Angesichts der zahlreichen Betrügereien, die in der letzten Zeit aufgeflogen sind, sei es notwendig, dass die Wirtschaft "moralisch wieder Tritt fasst", so der Ordensmann und frühere Wirtschaftsmanager laut einer Aussendung der Diözese St. Pölten bei einer Veranstaltung am Aschermittwoch im Bildungshaus Stift Zwettl. Forderungen auf der Ebene der Wirtschaftsethik seien zu wenig, da diese nur einen Handlungsrahmen vorgebe, Moral hingegen fordere konkrete Taten.

Eine höhere Moral sei über die Tugenden - "das Wort kommt von Tüchtigkeiten" - erreichbar. Jeder Unternehmer brauche den Glauben, das Überzeugtsein von seinem Produkt, weiters einen "Hoffnungshorizont" und schließlich die Liebe, "das Einstehen für den anderen" als "Geheimwaffe aus dem christlichen Arsenal".

Neben den sogenannten "göttlichen Tugenden" seien vor allem die vier Kardinaltugenden notwendig, wie Henckel-Donnersmarck ausführte: Tapferkeit, Maßhalten, Gerechtigkeit und Klugheit. Die Tapferkeit sei notwendig, um auch bei Widerstand mutig durchzuhalten. Das Maßhalten zeige sich darin, Ressourcen nicht übermäßig zu beanspruchen. In diesem Zusammenhang verwies der Ordensmann auf die Schöpfungsenzyklika "Laudato si" von Papst Franziskus, die unter dem Aspekt der Humanökologie "auch eine Sozialenzyklika" sei. Die Tugend der Gerechtigkeit sei in jedem Betrieb "nach allen Seiten" wichtig; so müssten etwa die Preise auch für die Landwirte gerecht sein. Die Klugheit sei schließlich "das Schmieröl, das das Kugellager beweglich hält".

Profit kann und soll "gottgefällig" sein

Wenn es einem Unternehmer gelinge, nach diesen Grundsätzen zu wirtschaften, sei der Profit "gottgefällig", wie der Altabt betonte. Profit sei notwendig und dürfe "nicht verteufelt" werden. Allerdings solle dieser nicht das einzige Ziel sein. "Das Geld wird zum Mammon, wenn es angebetet wird." Der Mammon könne für die zu einem "Vermögen" werden, die damit Gutes zu tun "vermögen". So sei auch der Markt etwas Nützliches, jedoch "nicht heilig". Henckel-Donnersmarck: "Wird der Markt totalitär, zerstört er sich selbst." Die Wirtschaft jedes totalitären Systems werde asozial und breche in der Folge zusammen. "Der Mensch darf nicht vermarktet werden", mahnte Henckel-Donnersmarck, "er muss immer Subjekt bleiben und darf nicht zum Objekt des Marktes werden."

Der Heiligenkreuzer Altabt sprach im Rahmen einer Veranstaltungsreihe für Landwirte, die den bezeichnenden Titel "Verwurzelt in der Re(li)gion" trägt und von der Katholischen Männerbewegung der Diözese St. Pölten organisiert wird.

V.l.n.r.: Dipl.-Ing. Tobias Plettenbacher (Ried/Innkreis),
Altabt Gregor Henckel-Donnersmark (Heiligenkreuz), Ing. Karl Toifl (stv. KMB-Obmann)

Gefahren eines Bargeldverbots

 

In einem zweiten Vortrag über „Euro-Crash oder Bargeldverbot“ erläuterte Tobias Plettenbacher – Landschaftsökologe, Experte für komplementäre Währungen und Initiator der Zeitbank TIMESOZIAL aus Ried im Innkreis – die Gefahren einer möglichen Abschaffung des Bargeldes. Bereits in 18 EU-Ländern gebe es Beschränkungen des Bargeldverkehrs. Vorreiter der gänzlichen Abschaffung von Bargeld seien Dänemark, Schweden und – auf Druck der EU – Griechenland. In einigen Ländern sei es Händlern bereits erlaubt, die Annahme von Bargeld zu verweigern. In den Niederlanden gebe es Bargeld nur noch auf Bestellung und mit Wartezeit.

 

Begründungen für ein Bargeldverbot seien vor allem die Terrorbekämpfung (Geldwäsche), die Kriminalitätsbekämpfung (Raubüberfälle) sowie Verhinderung von Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit, wie Plettenbacher erklärte. Die Gefahren seien hingegen die mögliche Einführung von Negativzinsen, die nur ohne Bargeld möglich ist, lückenlose Überwachung, völlige Kontrolle und mögliche Enteignung. Ein „mögliches Szenario“ sei ein Bargeldverbot zur angeblichen „Rettung der Ersparnisse“ und die Einführung von Buchgeld als gesetzliches Zahlungsmittel.
Als eigene Handlungsmöglichkeiten nannte Plettenbacher: möglichst viel in bar zu bezahlen, selbst Barzahlung einzufordern, die Forderung von Reformen wie etwa Gemeinwohl-Ökonomie, sowie die Verwendung und Förderung von Regional- und Alternativwährungen.

 

 

Teilnehmende beim Impulstag am Aschermittwoch

 


KMB fordert gerechten Lohn für faires Anstellungsverhältnis


Laut Statistik Austria waren im Vorjahr in Österreich 72.800 Arbeitsstellen offen. Die besten Chancen in der Jobsuche hat man im Dienstleistungsbereich, drei von vier Stellen waren Vollzeit. Einer der Gründe warum diese Stellen offen waren sind die niedrigen Löhne, die in manchen Dienstleistungsbereichen bezahlt werden: in der Beherbergung und Gastronomie, als Kanzleikraft bei Rechtsanwälten, als Hilfskraft in der Textilindustrie und Güterbeförderung oder als Taxifahrer sind Löhne unter 1.500 Euro brutto für eine Vollzeitanstellung üblich. Nach Angaben des Sozialministeriums sind rund 356.500 Beschäftigte davon betroffen. Insgesamt verdienen 12,2% aller Beschäftigten  weniger als 1500 Euro brutto im Monat, zwei Drittel davon sind Frauen.

 

„Arbeitende Menschen in Österreich, besonders Frauen, verdienen in vielen Berufen nicht viel mehr, als Personen, die die Mindestsicherung beziehen. Das spricht nicht für eine Verminderung der Mindestsicherung, sondern gegen die Lohnverhältnisse in Österreich. Es soll ja nicht sein, dass die Personen, die eine Arbeit haben, noch weniger verdienen, als die Personen die eine Mindestsicherung beziehen. Unsere Forderung als Katholische Männerbewegung lautet: gerechter Lohn für ein faires Anstellungsverhältnis und keine Senkung der Mindestsicherung, sondern eine Erhöhung des Mindestlohns“, so DI Dr. Leopold Wimmer, Vorsitzender der Katholischen Männerbewegung Österreichs.


St. Pölten: Männer auf der Suche nach eigener Identität


St.Pölten, 04.02.2017 (KAP) Mut zur eigenen Identität abseits aller männlichen Klischees hat der Psychologe Georg Fraberger den Teilnehmern des Diözesanen Männertags der Diözese St. Pölten gemacht. Fraberger kam ohne Arme und Beine zur Welt, studierte Psychologie und arbeitet seit über 15 Jahren in eigener Praxis und im AKH Wien sowie als Lehrbeauftragter. Er ist verheiratet, hat vier Kinder, fährt begeistert Auto und führt laut Eigendefinition "ein gutes Leben". Zum Männertag hatte die Katholische Männerbewegung ins Bildungshaus St. Hippolyt in St. Pölten geladen.

Fraberger referierte zum Thema "Männlichkeit und Liebe", wie die Diözese St. Pölten mitteilte. Als ältester von drei Brüdern habe er gemerkt, dass sie "alle die gleichen Fragen und Probleme" hatten: "Ich habe früh erkannt, dass meine Behinderung nicht das Problem ist, und ich wie alle anderen auch meinen Weg finden muss". Sich nur über den Körper und den Verstand oder auch Gefühle zu definieren sei zu wenig, wie Fraberger betonte, denn auch bei Mängeln und Behinderungen bleibe doch das Wesen des Menschen dasselbe. Es müsse daher im Menschen "noch etwas geben, das unabhängig davon ist, was ich die Seele nenne". Diese mache den Menschen aus.

Jeder Mensch habe den selben Wert wie die anderen, "auch wenn das nicht gesehen wird, auch wenn ich das selbst nicht sehe", so Fraberger. Deswegen sei es wichtig, eine Identität aufzubauen, unabhängig von den Werten wie äußere Stärke oder Reichtum. Dafür müsse die Identität von den Gefühlen abgekoppelt werden: "Ich bin das, auch wenn ich es gerade nicht fühle." Auch ohne "Sex und Geld" bleibe noch ein Sinn, der aus dem Erkennen komme: "Wir sehen einen Lebenssinn darin, von anderen erkannt zu werden", wie Fraberger betonte. "Um mich so auszudrücken, dass andere mich verstehen und erkennen können, ist es nutzlos, den anderen zu beschuldigen, sondern vielmehr wichtig. bei mir selbst zu bleiben und an mir zu arbeiten."

Ein großes Problem von Männern ortete der Psychologe darin, dass Liebe oft als "schwach" angesehen und daher nur Frauen zugeordnet werde. Zärtlichkeit, Umarmungen und das Zeigen von Zuneigung seien Männern oft unangenehm. Hier gelte es zu "erkennen, dass Männlichkeit und Liebe eine Einheit bilden können, dass wir in der Liebe auch schwach sein dürfen". Aggression hingegen komme immer aus dem Bedürfnis, auftretende innere Spannungen abzubauen, die entstehen, "wenn man sich nicht so zeigen kann, wie man ist".

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Frage des Monats:

Feiern Sie den Vatertag am 11. Juni?

 

 

Frage im Mai:

Wird durch Neuwahlen gewährleistet, dass Österreich 2018, dem Jahr des EU-Vorsitzes, eine stabile und handlungsfähige Regierung haben wird?
41 % antworteten mit Ja, 41 % mit Nein und 18% meinten, die Regierung wird gleich stabil wie bis jetzt sein.

 

 

 

Katholische Männerbewegung Österreich
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